Präambel

Unser Menschenbild

Zum Menschenbild gehört die Erfahrung, Grenzen zu haben: etwas nicht zu können, schwach, krank zu sein. Zum Leben gehört nicht nur Stärke, sondern auch Gebrochenheit.

In unserer Gesellschaft ist es weithin üblich, Leid auszublenden. Das führt immer auch zur Ausgrenzung von Leidenden. Die einseitige Orientierung am Ideal des gesunden und leistungsfähigen Menschen enthält schon im Ansatz eine Tendenz zur Unmenschlichkeit. Die Annahme von Begrenzungen wie auch das Wissen um eigene Einschränkungen dient hingegen der Förderung von Menschlichkeit in der Gesellschaft. Das eröffnet einen gleichberechtigten Umgang aller Menschen miteinander. Dies ist an unserer Schule Voraussetzung für eine respektvolle Einstellung gegenüber unseren Schülerinnen und Schülern.

Zum Menschsein gehört die Erfahrung, mit anderen in vielfältigen Beziehungen verbunden zu sein. Sich darin als Wesen, das in seiner Einzigartigkeit wertvoll und in seiner Würde unantastbar ist, zu erfahren, ist ein wichtiges Ziel unserer Erziehungsarbeit.

Leben trägt seinen Sinn in sich, unabhängig vom Grad einer Einschränkung, Schwäche oder Krankheit. Es ist lebenswert und soll gestützt und gefördert werden. Darum treten wir allen Tendenzen zur Abwertung und Ausgrenzung deutlich entgegen.

Für unsere Arbeit an der Albatros-Schule ist dies unverzichtbare Grundlage.